Kanban-Metriken Was du messen kannst, kannst du verbessern

In Kanban misst du nicht, wie viel das Team schafft — sondern wie schnell Arbeit fließt. Drei Kennzahlen genügen, um den Gesundheitszustand deines Workflows zu prüfen: Lead Time, Cycle Time und Throughput. Keine komplizierten Dashboards, nur ehrliche Zahlen.

Metriken auf einen Blick

Lead Time
Zeit von Anfrage bis Auslieferung (inkl. Wartezeit)
Cycle Time
Zeit von Arbeitsbeginn bis Fertigstellung
Throughput
Anzahl fertiggestellter Items pro Zeitraum
Ziel
Lead Time verkürzen, Throughput stabilisieren

Was ist der Unterschied zwischen Lead Time und Cycle Time?

Lead Time misst die gesamte Zeit, die eine Aufgabe im System verbringt — vom Moment, in dem sie ins Backlog kommt, bis sie beim Kunden landet. Cycle Time misst nur die aktive Bearbeitungszeit. Der Unterschied ist die Wartezeit.

Lead Time Wartezeit (Backlog) Cycle Time (aktive Arbeit) Review Anfrage Auslieferung

Beispiel: Ein Feature liegt drei Tage im Backlog, wird dann in zwei Tagen umgesetzt und in einem Tag reviewed. Lead Time = 6 Tage. Cycle Time = 3 Tage. Die Differenz zeigt dir, wie viel reine Wartezeit in deinem System steckt.

Was sagt der Throughput aus?

Throughput zählt, wie viele Aufgaben pro Woche (oder Sprint, oder Monat) fertig werden. Er ist das Pendant zur Velocity in Scrum — nur ohne Schätzungen und Story Points. Du zählst einfach, was „Done" erreicht hat.

Ein stabiler Throughput ist ein Zeichen für einen gesunden Workflow. Schwankt er stark, lohnt es sich, die Ursachen zu untersuchen: Zu viele Blocker? Wechselnde Teamgröße? Unklare Anforderungen?

Wie nutzt du Metriken für bessere Prognosen?

Wenn du weißt, dass dein Team im Schnitt acht Items pro Woche fertigstellt und gerade 24 Items im Backlog stehen, kannst du eine einfache Prognose machen: drei Wochen. Keine Schätzpoker-Runde nötig.

Wichtig: Metriken sind Werkzeuge, keine Peitsche. Nutze sie, um Engpässe zu finden — nicht, um das Team unter Druck zu setzen. Ein Team, das seine Zahlen versteht, verbessert sich von allein.