WIP-Limits Weniger anfangen, mehr fertig bekommen

WIP steht für Work in Progress — die Anzahl der Aufgaben, die gleichzeitig in einer Spalte liegen dürfen. Ein WIP-Limit von drei bedeutet: Maximal drei Karten in „In Arbeit". Klingt einschränkend? Genau das ist der Punkt. Begrenzung erzeugt Flow.

WIP-Limits auf einen Blick

Was?
Obergrenze für gleichzeitig laufende Aufgaben pro Spalte
Warum?
Verhindert Multitasking, beschleunigt Durchlaufzeit
Richtwert
Teamgröße × 1,5 als Startwert
Effekt
Engpässe werden sofort sichtbar

Warum sind WIP-Limits so wichtig?

Ohne WIP-Limit ist ein Kanban-Board nur eine hübsche To-do-Liste. Der Limit-Mechanismus ist das, was Kanban von einem einfachen Taskboard unterscheidet — er zwingt dich, Aufgaben abzuschließen, bevor du neue anfängst.

Ohne WIP-Limit 6 Aufgaben gleichzeitig = Stau Mit WIP-Limit (3) 3 Aufgaben = fokussierter Flow

Stell dir eine Autobahn vor: Je mehr Autos gleichzeitig drauf sind, desto langsamer wird alles. WIP-Limits sind wie eine Zufahrtsbegrenzung — weniger Fahrzeuge, besserer Verkehrsfluss. Studien zeigen, dass Multitasking die Produktivität um bis zu 40 % senkt.

Wie findest du das richtige WIP-Limit?

Es gibt keine Zauberformel, aber einen guten Startwert: Teamgröße mal 1,5. Ein Fünfer-Team startet also mit einem WIP-Limit von 7-8 für die gesamte „In Arbeit"-Spalte. Beobachte zwei Wochen, dann justiere nach.

Zu niedrig? Teammitglieder stehen herum. Zu hoch? Aufgaben stapeln sich und die Durchlaufzeit steigt. Das richtige Limit findest du durch Experimentieren — nicht durch Theorie.

Was passiert, wenn eine Spalte voll ist?

Dann zieht niemand eine neue Karte rein. Stattdessen hilft das Team, bestehende Aufgaben abzuschließen. Vielleicht unterstützt ein Entwickler beim Code-Review, weil die Review-Spalte voll ist. Genau das ist gewollt: WIP-Limits erzeugen Zusammenarbeit statt Silodenken.

Wenn eine Spalte dauerhaft am Limit ist, hast du deinen Engpass gefunden. Das ist kein Problem — das ist eine Erkenntnis, die du ohne Kanban nie gehabt hättest.