Retrospektiven-Formate auf einen Blick
- Klassiker
- Mad/Sad/Glad, Start/Stop/Continue
- Kreativ
- Sailboat, Starfish, 4Ls, Hot Air Balloon
- Dauer
- 60-90 Minuten pro Retro
- Goldene Regel
- Maßnahmen definieren UND nachverfolgen
Warum das Format wechseln?
Wenn das Team zum zehnten Mal „Was lief gut? Was lief schlecht?" hört, schaltet es ab. Neue Formate aktivieren andere Denkprozesse und bringen Themen ans Licht, die sonst unter der Oberfläche bleiben. Wechsle das Format alle 3-4 Retros — das hält die Sache lebendig.
Welche klassischen Formate funktionieren immer?
Start/Stop/Continue: Drei Spalten — was sollen wir anfangen, was aufhören, was beibehalten? Simpel und effektiv, besonders für den Einstieg. Mad/Sad/Glad: Sortiert nach Emotionen statt nach Fakten. Das bringt Themen ans Licht, die in sachlichen Formaten untergehen — Frust, Enttäuschung, aber auch echte Freude.
Beide Formate eignen sich hervorragend für Teams, die gerade erst mit Scrum-Events starten.
Welche kreativen Formate bringen frischen Wind?
Sailboat: Das Team ist ein Segelboot. Wind (was treibt uns voran?), Anker (was bremst uns?), Felsen (welche Risiken drohen?), Insel (wo wollen wir hin?). Visuell stark und regt zu Gesprächen an, die mit Post-its allein nicht passieren.
Starfish: Fünf Kategorien — Keep Doing, More Of, Less Of, Stop Doing, Start Doing. Differenzierter als Start/Stop/Continue und gut für reifere Teams, die Nuancen brauchen.
4Ls: Liked, Learned, Lacked, Longed For. Besonders gut nach intensiven Sprints, in denen viel Neues passiert ist.
Was funktioniert bei Remote-Retrospektiven?
Für Remote-Teams empfehle ich Tools wie Retrium, EasyRetro oder ein Miro-Board mit Timer. Der wichtigste Tipp: Gib den Leuten Zeit zum Schreiben, bevor diskutiert wird (5 Minuten Silent Brainstorming). Das verhindert, dass die Lautesten dominieren — ein Problem, das remote noch größer ist als vor Ort.
Wie stellst du sicher, dass Maßnahmen umgesetzt werden?
Die beste Retro bringt nichts, wenn die Maßnahmen im Notizbuch verschwinden. Regel 1: Maximal 2-3 Maßnahmen pro Retro — lieber wenige, die wirklich passieren. Regel 2: Jede Maßnahme hat einen Verantwortlichen und ein Datum. Regel 3: Beginne jede Retro mit einem Rückblick auf die Maßnahmen der letzten Retro. Was wurde umgesetzt? Was nicht? Warum nicht?