Geschichte auf einen Blick
- Ursprung
- 1986: Takeuchi und Nonaka publizieren „The New New Product Development Game"
- Erste Anwendung
- 1993: Jeff Sutherland setzt Scrum erstmals in der Softwareentwicklung ein
- Formalisierung
- 1995: Schwaber und Sutherland stellen Scrum auf der OOPSLA-Konferenz vor
- Scrum Guide
- Seit 2010, letzte Version: November 2020
Woher kommt der Name Scrum?
Der Name stammt aus dem Rugby: Beim „Scrum" (Gedränge) schiebt das gesamte Team gemeinsam den Ball nach vorn — kein Einzelkämpfer, sondern Teamwork in Reinform. 1986 nutzten die japanischen Wissenschaftler Hirotaka Takeuchi und Ikujiro Nonaka dieses Bild in ihrem wegweisenden Artikel „The New New Product Development Game" im Harvard Business Review.
Ihre Beobachtung: Die besten Produktteams bei Honda, Canon und Fuji arbeiteten nicht in sequenziellen Phasen (erst Konzept, dann Design, dann Bau), sondern parallel und überlappend. Das Team funktionierte wie eine Einheit, nicht wie eine Staffel.
Welche Meilensteine hat Scrum durchlaufen?
Von der Idee zum weltweit meistgenutzten agilen Framework — das ging schneller, als die Erfinder dachten:
- 1993 — Erster Einsatz in der Software: Jeff Sutherland nutzte Scrum bei Easel Corporation, um ein neues Produkt zu entwickeln. Er kombinierte Takeuchis Ideen mit empirischer Prozesskontrolle.
- 1995 — Offizielle Vorstellung: Auf der OOPSLA-Konferenz präsentierten Ken Schwaber und Jeff Sutherland Scrum erstmals einem Fachpublikum. Ab hier war Scrum kein Experiment mehr, sondern ein Framework mit klaren Regeln.
- 2001 — Das Agile Manifest: Schwaber und Sutherland gehörten zu den 17 Unterzeichnern des Agilen Manifests. Scrum wurde Teil einer größeren Bewegung.
- 2002 — Scrum Alliance: Ken Schwaber gründete die Scrum Alliance und schuf damit die erste Zertifizierung (Certified ScrumMaster). Scrum bekam eine Community.
- 2010 — Erster Scrum Guide: Schwaber und Sutherland veröffentlichten den Scrum Guide — ein schlankes Dokument, das die Regeln von Scrum auf wenigen Seiten zusammenfasst.
Was hat sich im Scrum Guide verändert?
Der Scrum Guide wurde mehrfach aktualisiert — jedes Mal schlanker und präziser:
- 2013: Klarstellung, dass der Product Owner eine Einzelperson ist, kein Komitee.
- 2017: Scrum-Werte (Mut, Fokus, Offenheit, Respekt, Commitment) wurden explizit aufgenommen.
- 2020: Die größte Überarbeitung. Das „Entwicklungsteam" heißt jetzt nur noch „Developers". Jedes Artefakt bekommt ein Commitment (Sprint-Ziel, Product-Ziel, Definition of Done). Der Guide wurde von 19 auf 13 Seiten gekürzt — weniger Vorschriften, mehr Vertrauen in die Teams.
Die Botschaft hinter den Änderungen: Scrum soll universeller werden — nicht nur für Software, sondern für jede Art komplexer Arbeit.