Voraussetzungen auf einen Blick
- Team
- Crossfunktional, 3-9 Personen, am besten co-located
- Organisation
- Bereitschaft zur Selbstorganisation und Transparenz
- Product Owner
- Eine Person mit Entscheidungsbefugnis und Verfügbarkeit
- Kultur
- Fehlertoleranz, offene Kommunikation, Lernbereitschaft
Welche Team-Voraussetzungen braucht Scrum?
Das Team ist das Herzstück von Scrum — und gleichzeitig die häufigste Schwachstelle. Diese Voraussetzungen sind entscheidend:
- Crossfunktionalität: Das Team muss alle Fähigkeiten mitbringen, um ein fertiges Inkrement zu liefern. Wenn der Designer in einer anderen Abteilung sitzt und „erst nächste Woche Zeit hat", funktioniert Scrum nicht.
- Richtige Größe: 3 bis 9 Personen im Entwicklungsteam. Weniger ist zu fragil, mehr wird zu komplex.
- Dedizierte Mitglieder: Kein „Ich arbeite Montag in Team A und Dienstag in Team B." Scrum braucht Fokus — und der entsteht nur, wenn Teammitglieder nicht zwischen Projekten hin- und herspringen.
- Verfügbarer Product Owner: Ein PO, der „eigentlich keine Zeit hat", ist kein PO. Er muss für das Team erreichbar sein — täglich, nicht wöchentlich.
Was muss die Organisation mitbringen?
Scrum verändert nicht nur das Team — es fordert die gesamte Organisation heraus:
- Management-Support: Wenn die Führungsebene Scrum nur duldet statt zu unterstützen, fehlt der Rückhalt. Teams brauchen die Freiheit, selbstorganisiert zu arbeiten.
- Bereitschaft zur Transparenz: Scrum macht Fortschritt und Probleme sichtbar — für alle. Das ist gewollt, kann aber unbequem sein.
- Geduld: Ein Team braucht 3-5 Sprints, bis es seinen Rhythmus findet. Wer nach zwei Wochen Ergebnisse wie bei einem eingespielten Team erwartet, wird enttäuscht.
- Budget für Coaching: Besonders am Anfang hilft ein erfahrener Scrum Master oder externer Coach enorm.
Woran erkennst du, dass Scrum nicht passt?
Ehrlich gesagt: Scrum passt nicht überall. Warnsignale, bei denen du genau hinschauen solltest:
- Fixe Anforderungen: Wenn von Tag 1 feststeht, was gebaut werden muss, und keine Änderungen erlaubt sind — dann bringt die Flexibilität von Scrum nichts.
- Ein-Personen-Projekte: Scrum ist für Teams gebaut. Allein kannst du agil arbeiten, aber Scrum als Framework macht keinen Sinn.
- Kein Zugang zu Stakeholdern: Wenn niemand Feedback geben kann oder will, fehlt Scrum sein wichtigstes Korrektiv.
- Kultur der Schuldzuweisung: Scrum lebt von Transparenz. Wenn Fehler bestraft statt als Lernchance gesehen werden, wird niemand ehrlich kommunizieren.