Definition of Done auf einen Blick
- Was?
- Gemeinsame Checkliste für „fertig"
- Wer?
- Das gesamte Scrum-Team einigt sich darauf
- Wann?
- Gilt für jedes Produktinkrement in jedem Sprint
- Seit
- Im Scrum Guide 2020 als „Commitment" des Inkrements verankert
Wie sieht eine Definition of Done aus?
Die DoD ist keine universelle Liste — sie hängt vom Team, vom Produkt und vom Reifegrad ab. Ein typisches Beispiel für ein Softwareteam:
- Code geschrieben und lokal getestet
- Unit Tests geschrieben und bestanden (Abdeckung mindestens 80 %)
- Code Review durch mindestens ein anderes Teammitglied
- Integrationstests bestanden
- In Staging-Umgebung deployed und manuell getestet
- Dokumentation aktualisiert (API-Docs, README, Changelog)
- Keine bekannten Bugs offen
Nicht-Software-Teams formulieren ihre DoD anders. Für ein Marketing-Team könnte sie lauten: Text geschrieben, lektoriert, SEO-geprüft, Bild erstellt, freigegeben, veröffentlicht.
Warum braucht man eine explizite DoD?
Weil „fertig" für verschiedene Menschen verschiedene Dinge bedeutet. Für den Entwickler heißt fertig: „Der Code läuft." Für die Testerin: „Alle Tests bestanden." Für den Product Owner: „Der Kunde kann es nutzen."
Ohne gemeinsame DoD schleppt das Team versteckte Arbeit mit sich herum. Am Sprint-Ende sieht alles fertig aus — bis jemand fragt: „Sind die Tests auch geschrieben? Ist die Dokumentation aktuell? Läuft das auch auf dem Server?" Dann wird aus „fertig" plötzlich „noch zwei Tage".
Die DoD sorgt dafür, dass im Sprint Review nur gezeigt wird, was wirklich fertig ist — nach einem Standard, den alle kennen und akzeptieren.
Wie entwickelt sich die DoD weiter?
Eine gute DoD ist nicht in Stein gemeißelt. Sie wächst mit dem Team:
- Am Anfang: Lieber mit wenigen, machbaren Kriterien starten. Drei Punkte, die wirklich eingehalten werden, sind besser als zehn, die niemand schafft.
- In der Retrospektive: Das Team prüft regelmäßig, ob die DoD noch passt. Neue Erkenntnisse fließen ein.
- Langfristig: Die Kriterien werden strenger, weil das Team reifer wird. Was anfangs optional war (z.B. Performance-Tests), wird irgendwann Standard.