Planning Poker auf einen Blick
- Was?
- Konsensbasierte Schätztechnik für Aufwände
- Wer?
- Das Entwicklungsteam (PO erklärt, schätzt nicht)
- Skala
- Fibonacci-ähnlich: 1, 2, 3, 5, 8, 13, 20, 40, 100
- Dauer
- Ca. 2-5 Minuten pro Story
Wie funktioniert Planning Poker?
Der Ablauf ist denkbar einfach — und gerade deshalb so wirkungsvoll:
- Story vorstellen: Der Product Owner liest die User Story vor und beantwortet Verständnisfragen.
- Verdeckt schätzen: Jedes Teammitglied wählt eine Karte mit seiner Einschätzung (Story Points) — ohne sie zu zeigen.
- Gleichzeitig aufdecken: Alle drehen ihre Karten um. So sieht jeder sofort, wo die Einschätzungen übereinstimmen — und wo nicht.
- Diskutieren: Die Personen mit der höchsten und niedrigsten Schätzung erklären ihre Überlegungen. Oft stellt sich heraus, dass jemand ein Risiko sieht, das die anderen übersehen haben.
- Erneut schätzen: Nach der Diskussion wird nochmals geschätzt. Meistens einigt sich das Team in der zweiten Runde.
Warum die Fibonacci-Reihe?
Die Zahlen 1, 2, 3, 5, 8, 13, 20, 40, 100 basieren lose auf der Fibonacci-Reihe. Der Trick: Je größer die Zahl, desto größer die Abstände. Das spiegelt wider, wie Schätzungen funktionieren — bei kleinen Aufgaben kannst du recht genau sein, bei großen nicht mehr.
Den Unterschied zwischen einer 2 und einer 3 kannst du begründen. Den Unterschied zwischen einer 37 und einer 42? Nicht wirklich. Deshalb gibt es große Sprünge im oberen Bereich. Eine Story mit 13 oder mehr Punkten solltest du ohnehin aufteilen, bevor sie in den Sprint kommt.
Was tun bei großen Abweichungen?
Wenn jemand eine 3 zeigt und ein anderer eine 13, ist das kein Problem — es ist der eigentliche Wert von Planning Poker. Die Diskussion, die folgt, deckt oft Missverständnisse, versteckte Komplexität oder fehlende Informationen auf.
- Keine Debatte erzwingen: Maximal 5 Minuten pro Story. Wenn sich das Team nach zwei Runden nicht einigt, die Story ist wahrscheinlich nicht klar genug — zurück ins Refinement.
- Kein Durchschnitt bilden: Story Points sind keine exakten Maße. Eine Einigung ist besser als ein Mittelwert.
- Den „Ausreißer" anhören: Wer deutlich anders schätzt, hat oft einen guten Grund. Diese Person hat vielleicht ein technisches Risiko oder eine Abhängigkeit erkannt, die den anderen nicht bewusst ist.