Ideenfindung auf einen Blick
- Phase
- 4 von 6 im Design-Thinking-Prozess
- Ziel
- Möglichst viele verschiedene Lösungsideen generieren
- Methoden
- Brainstorming, Brainwriting, Crazy Eights, SCAMPER
- Goldene Regel
- Erst divergieren (viele Ideen), dann konvergieren (auswählen)
Warum zählt Quantität mehr als Qualität?
Das klingt kontraintuitiv, aber die Forschung bestätigt es: Die besten Ideen entstehen nicht zuerst. In den ersten zehn Minuten eines Brainstormings kommen die offensichtlichen, naheliegenden Ideen. Die wirklich überraschenden, innovativen Ansätze tauchen erst auf, wenn die „normalen" Ideen aufgebraucht sind — typisch ab Idee 30 oder 40.
Deshalb gilt die Regel: Sammle mindestens 50 Ideen, bevor du anfängst zu bewerten. Klingt viel? Mit den richtigen Techniken schafft ein Vierer-Team das in 30 Minuten.
Welche Kreativtechniken funktionieren wirklich?
- Klassisches Brainstorming: Alle rufen Ideen in den Raum, ein Moderator schreibt mit. Funktioniert — aber nur mit klaren Regeln: keine Kritik, wilde Ideen willkommen, auf Ideen anderer aufbauen.
- Brainwriting (6-3-5): Sechs Personen schreiben je drei Ideen in fünf Minuten auf, dann wird weitergereicht. Ideal für Teams, in denen nicht alle gleich laut sind.
- Crazy Eights: Acht Ideen in acht Minuten skizzieren. Der Zeitdruck zwingt dich, schnell und ohne Selbstzensur zu denken — perfekt gegen den inneren Kritiker.
- SCAMPER: Sieben Fragen (Substitute, Combine, Adapt, Modify, Put to other use, Eliminate, Reverse), die bestehende Ideen systematisch weiterdrehen.
Wie wählst du die beste Idee aus?
Nach dem Divergieren kommt das Konvergieren. Zwei Methoden helfen bei der Auswahl:
Dot-Voting: Jeder bekommt drei Klebepunkte und verteilt sie auf seine Favoriten. Schnell, demokratisch und überraschend treffsicher.
Machbarkeits-Matrix: Ordne die Ideen auf einer 2x2-Matrix ein: x-Achse = Machbarkeit, y-Achse = Wirkung. Ideen oben rechts (hohe Wirkung, hohe Machbarkeit) sind deine Gewinner.
Wähle 2-3 Ideen für die nächste Phase aus. Nicht eine — denn beim Prototyping wirst du merken, welche Idee sich am besten anfassbar machen lässt.