Das Daily Scrum 15 Minuten, die Hindernisse sichtbar machen

Jeden Tag, gleiche Zeit, gleicher Ort, 15 Minuten. Das Daily Scrum (auch „Standup" genannt) ist das kürzeste aller Scrum Events — und vielleicht das wirkungsvollste. Es geht nicht um Statusberichte an den Chef, sondern um Teamabstimmung: Woran arbeite ich? Was blockiert mich? Wie kommen wir dem Sprint-Ziel näher?

Daily Scrum auf einen Blick

Was?
Tägliches Synchronisations-Meeting
Wer?
Entwicklungsteam (SM moderiert bei Bedarf)
Dauer
Max. 15 Minuten — strikt
Format
Im Stehen (Standup), gleiche Zeit, gleicher Ort

Die drei klassischen Fragen

Das Format ist denkbar einfach. Jedes Teammitglied beantwortet drei Fragen:

  1. Was habe ich seit gestern geschafft?
  2. Was werde ich heute tun?
  3. Gibt es Hindernisse, die mich blockieren?

Das war es. Keine Diskussionen, keine Lösungsfindung, keine Grundsatzdebatten. Wenn ein Thema vertieft werden muss, wird es nach dem Daily besprochen — nur mit den Beteiligten, nicht mit dem ganzen Team.

⏱ Max. 15 Minuten — pro Person ca. 2 Minuten 1 Was geschafft? 2 Was heute? 3 Hindernisse?

Wenn das Daily zum Zeitfresser wird

Das Daily soll helfen, nicht nerven. Häufige Probleme:

  • Statusbericht für den Chef: Wenn Teammitglieder nicht zueinander sprechen, sondern zum Scrum Master oder Manager, läuft etwas schief. Das Daily gehört dem Team.
  • Problem-Solving im Daily: „Lass uns das jetzt gleich klären" — und schon sind 45 Minuten rum. Lösung: Parkplatz-Liste für Themen, die nach dem Daily besprochen werden.
  • Monologe: Wenn eine Person 10 Minuten redet, hören alle anderen ab Minute 2 nicht mehr zu. Strikt pro Person 1-2 Minuten.
  • Erzwungenes Stehen: Im Stehen zu stehen macht das Meeting nicht besser. Es soll kurz sein — ob sitzend oder stehend.

Daily Scrum im Remote-Team

Remote-Dailys funktionieren, wenn ein paar Regeln stehen: Kamera an (schafft Verbindlichkeit), feste Uhrzeit (nicht verschieben, auch wenn „nur" einer fehlt), und ein geteiltes Board, auf dem jeder sieht, woran gearbeitet wird.

Manche Remote-Teams ersetzen das synchrone Daily durch asynchrone Updates (z.B. in Slack oder Notion). Das kann funktionieren — aber nur, wenn das Team diszipliniert genug ist, die Updates tatsächlich zu lesen und darauf zu reagieren.