Retrospektive auf einen Blick
- Was?
- Team-Reflexion über den Prozess
- Wer?
- Scrum-Team (ohne Stakeholder!)
- Dauer
- Max. 3 Stunden bei 4-Wochen-Sprint
- Ergebnis
- 1-3 konkrete Verbesserungsmaßnahmen für den nächsten Sprint
Wie läuft eine Retrospektive ab?
Das Grundmuster ist immer gleich — die konkreten Formate variieren:
- Einchecken: Wie geht es jedem? Eine kurze Runde, um die Stimmung einzufangen.
- Daten sammeln: Was lief gut? Was lief schlecht? Was hat uns überrascht?
- Erkenntnisse gewinnen: Warum lief etwas gut oder schlecht? Muster erkennen.
- Maßnahmen vereinbaren: Maximal 1-3 konkrete Verbesserungen für den nächsten Sprint.
- Abschluss: Kurzes Feedback zur Retro selbst.
Beliebte Retro-Formate
Es gibt Dutzende Formate — hier die bewährtesten:
- Start-Stop-Continue: Was sollen wir anfangen, aufhören und weitermachen? Einfach, schnell, wirksam.
- Mad-Sad-Glad: Emotionaler Zugang — was macht wütend, traurig, froh? Gut für Teams, die über Gefühle reden müssen.
- Segelboot: Das Team ist ein Boot. Wind = was treibt uns an? Anker = was hält uns zurück? Felsen = welche Risiken sehen wir? Visuell und einprägsam.
- 4L: Liked, Learned, Lacked, Longed for. Breiter Blick mit Lern-Komponente.
Wichtig: Format regelmäßig wechseln. Wenn jede Retro gleich abläuft, wird sie langweilig — und Langeweile ist der Tod jeder Reflexion.
Warum Retrospektiven oft scheitern
- Keine psychologische Sicherheit: Wenn Teammitglieder Angst haben, Probleme anzusprechen, bleibt die Retro oberflächlich. Der Scrum Master muss einen geschützten Raum schaffen.
- Keine Umsetzung: Jede Retro produziert Maßnahmen — aber niemand setzt sie um. Lösung: Maßnahmen ins Sprint Backlog aufnehmen.
- Management ist dabei: Die Retro ist für das Team, nicht für Vorgesetzte. Wenn der Chef am Tisch sitzt, sagt niemand die Wahrheit.
- Immer dasselbe Format: Siehe oben — nach der zehnten „Was lief gut / was lief schlecht"-Runde hat niemand mehr Lust.