Scrum-Regeln Die Leitplanken, die das Framework zusammenhalten

Scrum hat erstaunlich wenige Regeln — und genau das macht es so wirkungsvoll. Drei Rollen, fünf Events, drei Artefakte, fünf Werte. Das passt auf 13 Seiten (so lang ist der offizielle Scrum Guide). Die Kunst liegt nicht darin, die Regeln zu kennen, sondern sie konsequent einzuhalten — auch wenn es unbequem wird.

Regeln auf einen Blick

Quelle
Der Scrum Guide (Schwaber & Sutherland)
Umfang
3 Rollen, 5 Events, 3 Artefakte, 5 Werte
Länge
13 Seiten (Version 2020)
Grundsatz
Wenige Regeln, aber alle sind verbindlich
3 Rollen Product Owner, Scrum Master, Developers 5 Events Sprint, Planning, Daily, Review, Retrospektive 3 Artefakte Product Backlog, Sprint Backlog, Produktinkrement 5 Werte Mut, Fokus, Offenheit, Respekt, Commitment
Das komplette Scrum-Regelwerk passt in vier Kästchen

Welche Grundregeln definiert der Scrum Guide?

Der Scrum Guide ist bewusst schlank gehalten. Er sagt dir WAS gelten muss — nicht WIE du es im Detail umsetzt. Die wichtigsten Grundregeln:

  • Ein Sprint hat eine feste Länge — maximal vier Wochen. Er wird weder verlängert noch gekürzt.
  • Jeder Sprint enthält alle Events: Planning, Daily, Review und Retrospektive. Keines darf wegfallen.
  • Es gibt nur ein Product Backlog pro Produkt — auch wenn mehrere Teams daran arbeiten.
  • Der Product Owner ist eine einzelne Person — kein Gremium.
  • Das Team organisiert sich selbst. Niemand von außen verteilt Aufgaben oder bestimmt die Arbeitsweise.
  • Jeder Sprint liefert ein nutzbares Inkrement — etwas Fertiges, das die Definition of Done erfüllt.

Warum sind die fünf Scrum-Werte so wichtig?

Seit 2017 stehen die fünf Werte explizit im Scrum Guide. Sie sind kein Wohlfühl-Poster für die Bürowand — sie sind das Fundament, ohne das die Regeln nicht funktionieren:

  • Commitment: Jedes Teammitglied steht hinter dem Sprint-Ziel und gibt sein Bestes.
  • Fokus: Alle konzentrieren sich auf die Arbeit im Sprint — keine Ablenkungen, kein Multitasking.
  • Offenheit: Probleme und Fortschritte werden transparent gemacht. Kein Verstecken, kein Schönreden.
  • Respekt: Jedes Teammitglied wird als kompetenter Profi behandelt — unabhängig von Titel oder Erfahrung.
  • Mut: Das Richtige tun, auch wenn es unbequem ist. Probleme ansprechen, Fehler zugeben, Nein sagen.

Was passiert, wenn man Regeln weglässt?

Viele Teams „machen Scrum" — aber lassen unbequeme Teile weg. Keine Retrospektive, weil „wir dafür keine Zeit haben". Kein Sprint Review, weil „die Stakeholder sowieso nicht kommen". Kein Daily, weil „wir uns ja im Büro sehen".

Das Problem: Scrum ist wie ein Uhrwerk. Wenn du ein Zahnrad entfernst, funktioniert nicht nur dieses eine Teil nicht — die ganze Mechanik gerät ins Stocken. Ohne Retro gibt es keine Verbesserung. Ohne Review kein Feedback. Ohne Daily keine Transparenz.

Wenn du Regeln weglässt, machst du nicht Scrum — du machst etwas anderes. Das kann trotzdem funktionieren. Aber nenn es dann bitte nicht Scrum.