How Might We Die Frage, die Kreativität freisetzt

„How Might We" (zu Deutsch: „Wie könnten wir …") ist eine Fragetechnik, die Probleme in kreative Einladungen verwandelt. Statt „Nutzer beschweren sich über lange Wartezeiten" sagst du „Wie könnten wir die Wartezeit zu einem positiven Erlebnis machen?" — und plötzlich denkt dein Team in Lösungen statt in Schuldzuweisungen.

How Might We auf einen Blick

Was?
Fragetechnik an der Schnittstelle von Synthese und Ideenfindung
Format
„Wie könnten wir [Bedürfnis] für [Nutzer] [Kontext]?"
Ursprung
Procter & Gamble, popularisiert durch IDEO und die d.school
Zweck
Probleme in handlungsorientierte, offene Fragen umformulieren

Wie formulierst du eine gute HMW-Frage?

Jede HMW-Frage beginnt mit drei magischen Worten: „Wie könnten wir …" (im Englischen: „How might we …"). Jedes Wort ist bewusst gewählt:

  • Wie: Signalisiert, dass es eine Lösung gibt — wir müssen sie nur finden.
  • Könnten: Senkt den Druck — es geht um Möglichkeiten, nicht um Verpflichtungen.
  • Wir: Macht klar, dass es eine Teamaufgabe ist — niemand muss allein die Antwort kennen.
Problem „Nutzer vergessen Termine" HMW Einladung „Wie könnten wir Termine unvergesslich machen?"

Die Formel dahinter: Nimm deinen Point of View aus der Synthese-Phase und verwandle das Bedürfnis in eine offene Frage. Dabei gilt: weit genug für Kreativität, eng genug für Fokus.

Wie sehen gute HMW-Fragen aus?

Hier drei Beispiele auf unterschiedlichen Abstraktionsniveaus:

  • Zu breit: „Wie könnten wir die Welt verbessern?" → Klingt schön, führt nirgendwohin.
  • Richtig: „Wie könnten wir berufstätigen Eltern helfen, abends in 10 Minuten gesund zu kochen?" → Spezifisch genug für Ideen, offen genug für verschiedene Lösungen.
  • Zu eng: „Wie könnten wir eine App mit Schnellrezepten bauen?" → Das ist keine Frage mehr, sondern eine Lösung im Frageformat.

Formuliere mindestens 5-8 HMW-Fragen pro Point of View. Variiere die Perspektive: Was, wenn wir das Gegenteil versuchen? Was, wenn Geld keine Rolle spielt? Was, wenn wir das Problem für Kinder lösen müssten?

Was macht eine HMW-Frage schlecht?

Eine versteckte Lösung: „Wie könnten wir eine Erinnerungs-App bauen?" ist keine echte Frage — die Antwort steckt schon drin. Frag stattdessen: „Wie könnten wir dafür sorgen, dass niemand wichtige Termine vergisst?"

Zu viele Einschränkungen: „Wie könnten wir mit maximal 5.000 Euro Budget eine mobile Lösung für iOS bauen?" — Da bleibt kein Raum für Kreativität. Lass die Einschränkungen erstmal weg und filtere später.

Schuldzuweisung: „Wie könnten wir verhindern, dass Nutzer dumme Fehler machen?" — Respektiere deine Nutzer. Besser: „Wie könnten wir den Prozess so gestalten, dass Fehler gar nicht erst entstehen?"

Tipp: Schreib jede HMW-Frage auf ein eigenes Post-it. So kannst du sie leicht umgruppieren, priorisieren und in die Ideenfindung mitnehmen.